Cinema (2000) — Portrait - Seite 1 -

 
 

 
     
  Die ersten schauspielerischen Erfahrungen sammelte Franziska Petri auf der Bettkante. Jedoch saß nicht sie dort, sondern zwei Volkspolizisten der DDR. "Heute ist die Geschichte zum Lachen", sagt sie ernst. " Aber damals war das eine sehr gefährliche Situation." Was geschehen war? Ihre beste Freundin war aus einem Jugendheim geflohen, nachdem sie sich dort schon einmal die Pulsadern aufgeschnitten hatte, und die damals 14-jährige Franziska geährte ihr mit Billigung der Eltern Zuflucht. Wie nicht anders erwartet, tauchte schon bald die Polizei im Hause Petri auf, woraufhin die Freundin im Bettkasten im Kinderzimmer versteckt wurde — nicht ahnend, dass die Vopos ausgerechnet dieses Bett als Sitzplatz wählen würden. "Ich hab' die ganze Zeit gebetet, dass sie genügend Luft bekommt und nicht japsend herausspringt und wir beide verhaftet werden." Es passierte nicht dergleichen. Die Polizisten ließen sich täuschen und zogen unverrichteter Dinge wieder ab. "Das waren die ersten Glanzlichter meiner Schauspielerei, meine erste große Bewährungsprobe", sagt sie, und jetzt klingt ihre Stimme endlich fröhlich.